Informationen zur Platzpflege im Spätsommer:  ( vom 2 bis 6 September )

Wie jedes Jahr müssen wir zum Ende des Sommers noch eine elementar wichtige Maßnahme an den Spielelementen durchführen, um unsere erreichte Qualität zu halten und zu verbessern. Der Monat September sichert uns für die Maßnahme noch milde Nächte und eine gute Regeneration zu, leider stößt der Zeitpunkt nicht immer auf Begeisterung von Seiten der Golfer, aber wir alle haben als Ziel eine gute Runde Golf auf einem optimal gepflegten Golfplatz. Sie müssen dafür ihren Schwung trainieren und abrufen können, und das Greenkeeping muss kultivierende Pflege betreiben um eine Platzqualität zu präsentieren, damit sie schönes Golf spielen können.

Auf den Greens werden wir mit einem Vertikutierer in einer Tiefe von 12-18mm alte organische Masse entfernen um mit feuergetrocknetem Sand direkt wieder zu verfülllen. Wozu dient dieser Arbeitsgang? Über eine Wachstumssaison entsteht organischer Abfall wie im Biokompost daheim. Dieser kann auf einem Kompostierhaufen sich selbst überlassen werden und wird zu einer guten Erde für Beete und Blumenkästen. Warum eigentlich? Das Bodenleben spielt dabei die wichtigste Rolle im Abbauprozess, und die Art des organischen Abfalls trägt zur Güte der Erde bei. Wir arbeiten seit meiner Zeit an einem gesunden Bodenleben, doch ist der anfallende organische Abfall einer Golfanlage sehr einseitig und nicht durchmischt wie z.B. mit Eier- Bananenschalen, Gemüseresten, Laub und Rasenschnittgut. Deshalb ist es elementar wichtig diesen Abbauprozess positiv zu unterstützen.

Im Vertikutierverfahren entnehmen wir der obersten Schicht etwa 15% alten Materials bestehend aus Rasenresten und Wurzelmasse, und füllen diese mit reinem Sand auf. Damit ist der erste Abbau entstanden und der Sauerstoff der in die verdichtete Oberschicht gelangt, ist es essentiell für die Mikroorganismen. Die verbleibenden abgebauten 83% sind dann für die Pflanzen verfügbar, und dienen als nachhaltige Nährstoffquelle für die Gräser.

Damit ist auch gewährleistet, dass diese Flächen außerdem genug Sauerstoff im Boden haben, um auch in widrigen Wetterlagen noch gute Spieleigenschaften vorzuweisen. Wir befinden uns nicht in Florida mit 12 Monaten Sonnenschein. Bei uns kommt der Winter und dies ist eine Hauptsaison für die Erkrankungen der Gräser. Je trockner und besser die oberste Schicht der Flächen aufgebaut ist umso weniger können sich pilzliche Sporen darin verbreiten und Gräser infizieren. Ein nachhaltiges System das langfristig unseren Spielspaß auf den Flächen erhöht.

 

Mit freundlichen Grüßen

Alexander Bayer

Headgreenkeeper